Naturpark Sierra de Las Villas

Flora cazorlensis - die Pflanzenwelt im Naturpark
Cazorla-Segura-Las Villas



Bedingt durch die geografische Situation und die jahreszeitlich verschiedenen Klimaeinflüsse
konnte sich hier eine ganz besonders artenreiche Pflanzenwelt entwickeln. Über 1500 Arten
wurden beschrieben, die wir natürlich hier nicht alle vorstellen können.




Cazorla-Veilchen viola cazorlensis

Die Endemiten im Cazorla-Gebiet

Wir werden uns, so schwer es auch fällt, auf eine kleine Anzahl markanter, typischer Vertreter verschiedener Pflanzenfamilien und -gattungen beschränken (wobei aufgrund der recht beachtlichen Artenzahl der Familie der Orchideen eine eigene Seite gewidmet ist). Dabei kommt den "Endemiten" eine herausragende Bedeutung zu - denn als "Endemiten" bezeichnet man Tiere oder Pflanzen, deren Vorkommen in dieser Erscheinungsform auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt ist. Und davon gibt es im Cazorla-Gebiet gleich mehrere:

Fettkraut pinguicula vallisneriifolia

Im Bild links das geradezu berühmte Cazorla-Veilchen (viola cazorlensis), eine Veilchenart, die als ausdauernder, holziger Zwergstrauch auftritt, der nur oberhalb von 1000 m an steilen Felshängen wächst, die nach Norden oder Nordwest ausgerichtet sind. An geeigneten Stellen erscheint die etwas lichtscheue Pflanze oft in dichten Büscheln.

Das rechte Bild zeigt das Fettkraut pinguicula vallisneriifolia, eine fleischfressende Pflanze, die mittels einer klebrigen Substanz auf der Oberseite der Laubblätter kleine Insekten fängt und verdaut. Mit diesem "Trick" erweitert die Pflanze ihren Speisezettel, denn in den oft nur winzigen Krümelchen Erde, in denen sie wurzelt, ist das Nahrungsangebot nicht gerade üppig. Das Fettkraut bevorzugt schattige und feuchte Standorte, man findet es meist nur in engen Schluchten, wo es sich in kleinste Ritzen überhängender Felswände klammert, die von tropfendem Wasser berieselt werden.

narcissus hedraeanthus


Mit Narzissen ist Spanien generell reich gesegnet. In der Fachliteratur (O.Polunin "Flowers of South-West Europe") ist von rund 45 Arten die Rede, die teilweise nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Endemisch in unserem Gebiet sind hier die beiden "Extremisten": die grösste narcissus longispathus, die unserer Osterglocke ähnelt, aber eine Höhe von über 1 m erreichen kann, und die kleinste (hier links im Bild) narcissus hedraeanthus aus der Gruppe der Reifrock-Narzissen, die zu den absoluten Frühblühern gehört und ihre kurzen Stengel gelegentlich noch am Rand der letzten Schneefelder aus der Erde reckt. Sie wird selten höher als 10 cm.

aquilegia cazorlensis


Rechts im Bild: auch eine eigenständige Art der Akelei existiert im Naturpark, sie heisst Cazorla-Akelei aquilegia cazorlensis (wie könnt's auch anders sein?), ist relativ selten und unterscheidet sich hauptsächlich durch die blassere Färbung von ihren gewöhnlichen Schwestern.

Die Frühblüher

Frühlings-Krokus

Felsen-Narzisse narcissus rupicola

Sieht man mal von einigen recht winterharten Gänseblümchen und Habichtskräutern ab, dann beginnt die "Saison" mit dem links abgebildeten Frühlingskrokus, der oft zu Hunderten die Wiesen bevölkert - mehr oder weniger zeitgleich mit der Mandelblüte und der oben erwähnten Reifrock-Narzisse, deren Zahl an geeigneten Stellen bisweilen sogar in die Tausende gehen kann. Diese Pracht ist etwa Ende Februar/Anfang März zu bewundern.

Um Ostern herum erscheint dann ein ganz apartes Gewächs: die zierliche Felsen-Narzisse narcissus rupicola, meine Lieblings-Narzisse (rechts im Bild) mit ihrem intensiven Aprikosenduft.

Inzwischen hat sich aber überall in Wald und Flur einiges getan: das Grün wird üppiger und die Pracht der Wiesenblumen nimmt zu von Tag zu Tag (Links), der Rosmarin blüht (Mitte) und die Zistrosen erscheinen (Rechts). Dazwischen stehen, noch vereinzelt, die ersten Orchideen.

Frühlingswiese Sierra Las Villas Rosmarin Cistrosen


Sehr interessant ist auch die Vegetation in und zwischen den Felsen. In jeder noch so kleinen Ritze oder Kuhle, wo sich ein paar Krümelchen Erde ansammeln konnten, siedeln sich diverse Gewächse an, die meist zäh und anspruchslos - und in der Regel winzig - sind. Von links nach rechts: Hungerblümchen draba verna - Spanisches Felsenblümchen draba hispanica - Dreifinger-Steinbrech saxifraga tridactylites

Hungerblümchen - draba verna Spanisches Felsenblümchen - draba hispanica Dreifinger-Steinbrech - saxifraga tridactylites





hier geht es bald noch weiter! Geduld, ich bin dran ...(19.04.15)