Naturpark Sierra de Las Villas

Naturpark Sierras de Cazorla Segura y Las Villas
Fauna und Flora im Naturpark - Tiere und Pflanzen



Die Fauna und Flora in unserem Naturpark ist unglaublich artenreich, möglicherweise sogar einmalig.
Denn es gibt im Gebiet Cazorla-Segura-Las Villas Tiere und Pflanzen, die nur hier vorkommen. Diese werden als "Endemiten" bezeichnet - darunter ist das Cazorla-Veichen das wohl bekannteste Beispiel




Natur erleben - Natur verstehen. Die Beobachtung der Natur ist eine faszinierende Beschäftigung

Es ist ja nicht bloss spinnerte Romantik, was uns Menschen immer wieder in die Natur zieht - in der Freizeit, am Wochenende und vor allem im Urlaub. Eine Annäherung an die Natur ist gleichzeitig eine Annäherung an bzw. Rückbesinnung auf unsere Wurzeln. Denn - sollten Sie's etwa vergessen haben? - auch der Mensch ist Teil der Natur, auch wenn er sich vielleicht nicht immer dementsprechend benimmt.

Unser modernes Leben, geprägt von Stress, Lärm, Leistungsdruck, chronischem Zeitmangel und einer alles andere als natürlichen Lebensweise, fordert uns oft die letzten Reserven ab - und um zu entspannen, uns zu erholen und neue Energie zu tanken, begeben wir uns dorthin, wo "die Welt noch in Ordnung" ist. Und das ist eben dort, wo wir herkommen, wo wir uns "zuhause" und geborgen fühlen, frei von den nervenaufreibenden Zwängen des "normalen" Lebens.


Girondische Schlingnatter
Die Schlingnatter Coronella girondica
beim Verspeisen einer Mauereidechse

Dabei wollen wir die Natur hier nicht mystifizieren oder zu etwas hochstilisieren, das sie gar nicht ist. Denn streng nach menschlichen Moralvorstellungen gemessen, ist in der Natur überhaupt nichts "in Ordnung": Wer mit offenen Augen durchs Gelände geht, der weiss, dass auch in der Natur eigentlich Mord und Totschlag herrschen - unter jedem Blatt, hinter jedem Stein. Einer bringt den anderen um. Der Stärkere frisst den Schwächeren - genau wie "im richtigen Leben".

Mauergecko Tarentola mauretanica
Mauergecko mit Beute


Und oft wendet sich das Blatt: dann wird der Jäger plötzlich selbst zum Gejagten, wie diese Gottesanbeterin auf dem linken Foto. Ihr wurde das Licht auf unserer Veranda zum Verhängnis. Angelockt durch andere Insekten, denen sie auflauern wollte, um sie sich einzuverleiben, kam sie einem der ewig hungrigen Geckos in die Quere. So spielt das Leben.


Ein in der Natur ganz alltäglicher Vorgang - und kein Mensch käme auf die Idee, darin etwas Verwerfliches oder gar Kriminelles zu sehen. Grausam? Vielleicht. Und doch empfinden wir die Natur als schön, trotz des Mordens und Gefressen-Werdens, denn die Natur kennt unseren Sittenkodex nicht, sie folgt ihren eigenen Gesetzen, in Jahrmillionen aufeinander eingespielt.

Dabei geht es ums nackte Überleben - kein Tier tötet aus Spass, es tötet weder aus Neid oder aus Eifersucht, und schon gar nicht aus Gier nach Geld, Ruhm oder Macht. Die Natur ist, mit einem Wort, natürlich. Und sie funktioniert scheinbar reibungslos, und das um so besser, je weniger der Mensch in ihren Ablauf eingreift. Genau deshalb ist sie so faszinierend.
Der "Trick" dabei ist, dass ein sogenanntes natürliches Gleichgewicht zwar ständig angestrebt, aber nie erreicht wird.


Doch genug philosophiert. Wenden wir uns wieder der Schönheit zu im Naturpark von Cazorla, Segura und Las Villas.

Ein kleiner Blick in die Pflanzenwelt

Felsen-Narzisse
Felsen-Narzisse
Narcissus rupicola

wilde Gladiole
wilde Gladiole
Gladiolus illyricus

Blauer Lein
Blauer Lein
Linum narbonnense

Die Pflanzenwelt in unserer Sierra de Las Villas ist einzigartig, vor allem im Frühjahr, denn dann ist die Sierra ein einziges Blütenmeer. Um sich daran zu erfreuen, brauchen Sie kein Botaniker zu sein. Jeder Spaziergang und jede Wanderung werden zum Hochgenuss. Das Herz geht auf angesichts dieser Farbenpracht und die Kamera läuft heiss - auch ohne die lateinischen Namen der Blumen zu kennen. Ausserdem haben Sie ja uns, wir kennen die meisten dieser kleinen Kostbarkeiten, denen Sie schon auf dem ersten kleinen Streifzug rund um unsere Finca begegnen. hier gibt es mehr dazu


Cazorla-Veilchen Viola cazorlensis
Cazorla-Veilchen Viola cazorlensis

So wächst beispielsweise das berühmte Cazorla-Veilchen Viola cazorlensis am Adlernest gleich hinterm Haus in den Klippen, sowie in der Felswand gegenüber.
Mitte bis Ende Mai besiedeln ganze Büschel die Spalten und kleinsten Ritzen in Felshängen, die nach Norden oder Nordwesten ausgerichtet sind, denn die Pflanze liebt den Halbschatten. Pralle Sonne verträgt sie nur in Grenzen.

Schnepfen-Ragwurz Ophrys scolopax
Schnepfen-Ragwurz
Ophrys scolopax


Oft im Gras und Kraut verborgen, wachsen zahlreiche Orchideen, denen wir eine eigene Seite gewidmet haben. Im gesamten Cazorla-Gebiet sind es über 50 Arten, und schon auf unserem Grundstück am Adlernest finden Sie bis zu 16 Arten. Natürlich nicht gleichzeitig, denn auch deren Blütezeit ist recht unterschiedlich.



Von Käfern, Libellen und Heuschrecken & Co

In all dieser üppigen Vegetation tummelt sich ein Heer von Insekten, Nahrungsgrundlage für andere Insekten, für Eidechsen, Kröten, Spitzmäuse, Fledermäuse und Singvögel. Das wuselt und krabbelt, schwirrt und flattert an allen Ecken und Enden: Ameisen, bunte Käfer, Bienen, Hummeln und Wespen, schillernde Libellen, Heuschrecken und Fangschrecken, Grillen - und erfreulich wenige "Plagegeister", zumindest bei uns am Adlernest. Denn hier in luftiger Höhe von 1.300 Metern gibt es keine stehenden, brackigen Gewässer, die ja bekanntlich die Brutstätten aller möglicher "Moskitos" sind.

Hautflügler Nemoptera sinuata
Netzflügler Segelhaft
Nemoptera sinuata

Insekten stehen ziemlich am Anfang der Nahrungskette. Dementsprechend zahlreich müssen sie sein, um als Arten zu überleben. Denn die Liste der Fressfeinde ist lang, und fängt bereits in den eigenen Reihen an: Fangschrecken wie die Gottesanbeterin (mantis-Arten) lauern im Kraut und im Gebüsch, im sandigen Boden gräbt der Ameisenlöwe (die Larve der Ameisenjungfer) seine Fangtrichter, und aus der Luft fliegen Libellen und andere Räuber pausenlose Attacken.

So gut wie alle Amphibien und Reptilien, eine ganze Reihe von kleineren Säugetieren, und schliesslich fast alle unsere Singvögel - sie alle ernähren sich ganz oder teilweise von Insekten und sind ständig auf der Jagd. Ein gnadenloses Gemetzel, tagein, tagaus. Und auch nachts gibt es keine Ruhepause, denn da schwärmen die Fledermäuse aus und trachten den nachtaktiven Insekten nach dem Leben.


Idas-Bläuling
Idas-Bläuling
Lycaeides idas

Ein kurzer Besuch in der Welt der Schmetterlinge

Von dieser permanenten Dezimierung sind auch unsere "Wappenvögel", die Schmetterlinge, betroffen, die ja nun wirklich niemandem etwas zu Leide tun, ausser den einen oder anderen Obstbaum kahl zu fressen, oder hier ein Kohlfeld und da die Petersilie zu ruinieren. Doch diese vermenschlichte, romantisierte Sichtweise ist falsch. Denn wie alle Insekten, überleben auch die Schmetterlinge dadurch, dass sie hohe Verluste durch eine entsprechende Anzahl an Nachkommen ausgleichen. Das Individuum zählt nicht im Gefüge der Natur, wichtig ist allein die Erhaltung der Art.

Dieser Logik zufolge legen Insekten zwischen ein paar Hundert bis zu mehreren Tausend an Eiern ab. Und das mehrmals pro Jahr, manche sogar "rund um die Uhr".

Von der Anzahl der Nachkommen lässt sich also auf den (natürlichen) Gefährdungsgrad einzelner Tierarten schliessen.

Im Vergleich dazu bringen die Arten, die am Ende der Nahrungskette stehen und keine oder nur wenige natürlichen Feinde haben, nur 1 oder 2 Junge im Jahr zur Welt. Als Beispiele im Cazorla-Gebiet die Greifvögel oder die grossen Säugetiere wie Hirsche oder Steinböcke.

Steinbock Capra pyrenaica
Iberischer Steinbock
Capra pyrenaica


Diese tieferen Betrachtungen sollen dem besseren Verständnis der Natur dienen - und keinesfalls die Freude schmälern an der Schönheit unserer Natur. Denn schön ist sie, das steht felsenfest. Vor allem in einem so grossen Naturpark wie die Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas, wo der Mensch nur wenig ins Geschehen eingreift, und wo "Mutter Natur" ihre Angelegenheiten noch weitgehend selbst regelt.

Geniessen Sie also den Anblick, wenn morgends die Steinböcke bei uns am Gartenzaun stehen und farbenprächtige Falter über unsere blumenübersäte Wiese gaukeln. Und halten Sie die Kamera immer in Alarmbereitschaft - denn als Fotograf kommen Sie hier nicht zur Ruhe.

... und was unsere "Hausgeier" angeht, denen Sie mit dem Fernglas sogar ganz bequem vom Liegestuhl aus direkt ins Nest gucken können, die sind auf der Seite mit den Angeboten schon etwas ausführlicher beschrieben.